Das neue Layout seines Blattes schafft eben nicht gleichzeitig eine vorwärts gewandte Denke.

“Dies ist kein Kulturpessimismus. Gerade diese Beispiele zeigen, warum die Zeitungen gebraucht werden und was geschieht, wenn man die vermittelnden Instanzen der großen Zeitungen ignoriert. Es gibt keine schönere Herausforderung als diese: Nicht nur das Internet zu erobern, sondern auch gegenzuhalten und Optionen anzubieten.” (Quelle: sueddeutsche.de)

Vor dieser Textpassage hat der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ausgeführt, dass insbesondere die heranwachsende Generation über das Internet mit allerschlimmsten kriminellen und pornografischen Inhalten verdorben wird. Aber diese Schlussfolgerung! Gedruckte Zeitungen? Hallo? Die Generation, über die Herr Schirrmacher spricht, liest doch gar keine gedruckte Zeitungen mehr! Also könnte die logische Konsequenz doch höchstens sein (wenn man seiner Argumentation überhaupt folgen möchte), dass die besten Journalisten, die die Medienkonzerne aufzubieten haben, sich gefälligst auf dem schnellsten Wege ins Web begeben sollten.

Dass das vernünftig aussehen kann, beweist in diesem Zusammenhang Herr Stöcker auf SpOn. Geht doch.

PS: Noch ein Schmankerl von Frankyboy. Die Zeitung sei “das verzögernde Moment in der gesellschaftlichen Kommunikation. Deshalb wird sie immer unverzichtbar sein“. Genau, deshalb fahren Sie auch noch mit der Pferdekutsche, schließlich ist das ein unverzichtbar verzögerndes Moment in der gesellschaftlichen Mobilität, oder? Manmanman.

PPS: Markus von textundblog beschäftigt sich auch ausführlich damit.

4 Responses to “Schirrmherrschaftszeiten nocheinmal!”

  1. on 30 Oct 2007 at 1:25 pm creezy

    Sehr schön, ich habe mir auch an den Kopf gefasst als ich den Artikel gelesen habe.

  2. on 30 Oct 2007 at 5:08 pm reformstau(b)

    So ein gedankliches Methusalemkompott muss man glücklicherweise nicht ernst nehmen. Und dass die Zeitung das verzögernde Moment der gesellschaftlichen Modernisierung ist, das hat der Schirmmacher doch wirklich gut erkannt.

  3. on 30 Oct 2007 at 11:48 pm buy tramadol test

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  4. on 31 Oct 2007 at 11:22 am Markus

    @reformstaub: Widerspruch: Natürlich muss man so was ernst nehmen, denn viele sind, was Zuversicht ins Internet anbelangt, noch unsicher. Und dann lesen sie in ihrer Zeitung solch (für uns, die wir das Netz und seine Möglichkeiten schätzen) zweifelhafte Einschätzungen, und fühlen sich in ihrem Ressentiment dem Medium gegenüber bestätigt.
    Deshalb muss man sehr wohl die Internetkritik von Schirrmacher und das Niederschreiben von Web2.0, wie es die Süddeutsche auch gerne betreibt, ernst nehmen und dagegen anschreiben. Natürlich ist es fraglich, ob man die Zweifler damit überhaupt erreicht, aber unbeantwortet stehen lassen darf man solche Debattenanstöße (wie Schirrmacher sie ja gerne gibt) nicht.

    Das mit der Erkenntnis Schirrmachers in das verzögernde Moment der Zeitung hast du sehr schön gesagt. ;-)

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